So jäh wie Tequila in Johnsons Leben trat, so jäh wurde sie nach dem Todesfall daraus entfernt. Denn Casey Johnsons Umfeld war Tila Tequila von Anfang an ein Dorn im Auge. Tequila durfte denn auch nicht zur Beerdigung ihrer Verlobten am Dienstag. Johnsons Verwandte aus der Upper Class liessen keine Woche verstreichen und holten sich gewaltsam sämtliche Besitztümer von Johnson, die sich noch in Tequilas Besitz befanden. Darunter auch die beiden Hunde, die Johnson Tequilas Obhut anvertraut hatte.
War Johnson für Tequila echte Liebe oder Karriere-Schritt?
Schon die Verlobung hielten viele für einen geschickten Karriere-Schachzug Tequilas – sie habe dadurch in die bessere Gesellschaft einheiraten wollen – und fühlen sich nun bestätigt dadurch, dass Tequila vor wenigen Tagen ihr eigenes Plattenlabel lanciert hat sowie täglich unzählige Botschaften in diversen Internetkanälen platziert. Tequila veröffentlichte etwa auf Twitter Intimes wie: «Mit 17 war ich schwanger. Doch ich erlitt eine Fehlgeburt, weil mir mein damaliger Freund mit einem Hammer auf den Bauch einschlug». Auf ihrer eigenen Homepage teilte Tequila am Tag von Casey Johnsons Beerdigung mit, dass sie einen neuen Musiker bei ihrer Plattenfirma unter Vertrag genommen habe. Wollte sie mit solch zweifelhaften Aktionen die öffentliche Aufmerksamkeit zurück auf sich lenken?
Diese war ihr nämlich zwischenzeitlich abhanden gekommen: Nur durch Tequilas Popularität sorgte der Tod von Casey Johnson überhaupt international für Aufsehen. Seit aber bekannt ist, um wen es sich bei Tequilas verstorbener Verlobten handelte, hat sich das Interesse der Medien weg von Tequila auf Johnson verlagert. Tequila, der von vielen Seiten immer wieder grenzenlose Sucht nach öffentlicher Aufmerksamkeit vorgeworfen wird, interessiert in dem Wirbel um Johnsons mysteriösen Tod nur sekundär.
Liebesbezeugungen
Auf Tequilas Homepage sind neben den News über ihre Karriere, die eher von wenig Feingefühl zeugen, auch ein Interview zum Tod von Johnson zu sehen. Darin macht sich Tequila unter Tränen Vorwürfe, dass sie die Polizei nicht gerufen habe, nachdem sie Johnson telefonisch nicht mehr erreicht hatte. «Ich hatte ein schlechtes Gefühl, warum hab ich nicht darauf gehört», schluchzt sie. «Ich war in Texas über Weihnachten – das erste Mal überhaupt, weil ich mich mit meiner Familie vor sehr langer Zeit überworfen hatte. Jetzt, da Casey in mein Leben gekommen war, entschloss ich mich, endlich nach Hause zu gehen und mit meiner Familie reinen Tisch zu machen. Casey ermunterte mich, dies zu tun.» Laut Tequila hätte Johnson eigentlich mit nach Texas kommen sollen. «Ich hatte ihr etwas Vietnamesisch beigebracht, damit sie mit mir kommen und meine Familie auf Vietnamesisch fragen kann, ob sie mich heiraten darf.» Wegen einer hängigen Klage habe Johnson aber nicht aus Los Angeles ausreisen können.
Weiter erzählt Tequila von den Familienplänen, die sie und Johnson gemacht hätten. Johnson hatte Anfang 2007 ein Kind adoptiert; das Sorgerecht für die dreijährige Ava ging aber Anfang 2009 an Caseys Mutter. Casey wollte das Sorgerecht zurück, Tila die Kleine ebenfalls adoptieren. Eine Heirat – Johnson wollte dabei Tequilas bürgerlichen Namen Nguyen annehmen – und weitere Adoptionen gehörten zu den Zukunftsträumen der beiden jungen Frauen.
Zukunft ungewiss
Was wirklich hinter der Beziehung Johnson-Tequila stand, wissen nur die beiden. Tequila scheint allerdings trotz aller sichtbaren Trauer entschlossen, ihre Karriere weiter voranzutreiben. Anders lässt sich nicht erklären, dass sie in der Woche nach dem Tod ihrer Verlobten ihre Pläne als Neo-Plattenboss ohne Zögern durchzieht.
In den noblen Kreisen, zu denen Casey Johnson gehört hatte, ist Tequila nicht mehr willkommen. Ihr Image kann sich nach den Ereignissen der letzten Wochen in zwei Richtungen entwickeln: Entweder nimmt man ihr die Liebe zu Johnson ab und sieht Tequila künftig weniger als berechnendes, PR-süchtiges Sex-Model. Oder jenes Negativ-Bild zementiert sich erst recht. Für Tequila, die durch die Unterstützung ihrer grossen Internet-Fangemeinde überhaupt erst ihren aktuellen Berühmtheitsstatus erreicht hatte, dürfte die Image-Frage über Weiterkommen oder Untergang entscheiden.
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